Veranstaltung: Service Learning in der Lehre stärken
Service Learning in der Lehre kann einen aktiven und motivierenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung an Hochschulen leisten.
Am Donnerstag, den 03. Dezember 2026, von 10:00 bis 17:00 Uhr, sind Lehrende der Thüringer Universitäten herzlich in den Senatssaal (Haus C23) der Universität Erfurt eingeladen, um darüber zu diskutieren, wie Service Learning weiter vorangebracht werden kann.
Service Learning: Lernen durch Engagement
Service Learning ist ein erprobter Ansatz, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) handlungsorientiert in der Lehre umzusetzen. Bildungsangebote verbinden theoretisches Wissen mit dessen Erprobung in der praxisbezogenen Projektarbeit. Sie unterstützen eine erfahrungsbasierte Reflexion des Gelernten sowie die Selbstwirksamkeit der Lernenden bei der eigenständigen Bearbeitung von konkreten Herausforderungen zur Unterstützung nachhaltiger Entwicklung.
Der Workshop bietet nach einer Einführung in Grundprinzipien dieses Bildungskonzeptes den Teilnehmenden die Möglichkeit, bestehenden Lehrangebote mit Service Learning weiterzuentwickeln und zu stärken. Entlang zahlreicher Beispiele aus der Praxis erfolgt eine schrittweise Heranführung an die Gestaltung von Service Learning-Angeboten. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, bestehende Erfahrungen im gemeinsamen Austausch zu diskutieren und erhalten einen Einblick in die Sichtweise von Praxispartner:innen bezüglich der Zusammenarbeit mit Studierenden.
Anmeldung
Die Anmeldung zum Workshop ist per E-Mail möglich. Bitte senden Sie eine Nachricht mit Ihrem Namen und Ihrer Organisation an martin.abramowski@zukunftsfaehiges-thueringen.de. Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 30.11.2026. Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.
Für Rückfragen steht Ihnen Martin Abramowski ebenfalls gerne zur Verfügung.
Programm
Zu Beginn des Workshops wird apl. Prof. Dr. Bettina Hollstein, Universität Erfurt, die Teilnehmenden begrüßen und das Projekt KLIMA-N vorstellen. Danach folgen Beiträge von Vertreter*innen der Friedrich-Schiller-Universität, der Otto von Guerike Universität Magdeburg und dem Verein Zukunftsfähiges Thüringen e.V.
Was gutes Service Learning ausmacht.
Dr. Kasten Gäbler, Thüringer Wasser-Innovationscluster ThWIC, Projekt "Water Literacy Lab", Thüringer Hochschulnetzwerk Nachhaltigkeit, Friedrich-Schiller-Universität
Service Learning verbindet akademisches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement und bewegt sich dabei in produktiven Spannungen: zwischen Bildungszielen und Nutzenerwartungen, zwischen curricularer Planung und Offenheit realweltlicher Praxis und zwischen den Interessen von Studierenden, Praxispartnern und Lehrenden. Gute Service Learning-Angebote zeichnen sich weniger dadurch aus, diese Spannungen aufzulösen, als dadurch, sie zu reflektieren und bewusst zu gestalten. In diesem Veranstaltungsblock gehen wir der Frage nach, wie sich diese Spannungen in der Planung und Durchführung eigener Lehrveranstaltungen konstruktiv nutzen lassen und an welchen Grundsätzen sich gute Service Learning-Angebote orientieren sollen.
Lernen durch Engagement: Wie aus dem eigenen Seminar ein Service Learning-Angebot für nachhaltige Entwicklung wird.
Dr. Juliana Hilf, Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung | Nachhaltigkeitsbüro, Otto von Guerike Universität Magdeburg
Service Learning verbindet akademisches Lernen gezielt mit gesellschaftlichem Engagement – und unterscheidet sich damit von Ehrenamt und Praktikum. Studierende setzen sich im Seminar mit Theorie auseinander und bearbeiten parallel reale Projekte gemeinsam mit Praxispartner*innen. Durch diese transdisziplinäre Verschränkung eignet sich das Format besonders, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Hochschullehre zu verankern, da Gelerntes in Handlungsentscheidungen übersetzt werden kann und die Studierenden Selbstwirksamkeit erfahren. Dieser Veranstaltungsteil stellt Service Learning im Kontext von BNE an Hochschulen vor und fasst typische Fallstricke und Gelingensbedingungen zusammen. Grundlage sind u. a. die Ergebnisse des BMFTR-geförderten Verbundprojekts SENATRA (2022–2025). Nach einer kurzen fachlichen Einführung werden verschiedene Seminarablaufpläne sowie mehrere studentische Service Learning-Projekte mit unterschiedlichen Praxispartner*innen und Verläufen vorgestellt. In der anschließenden Arbeitsphase übertragen die Teilnehmenden die vier Phasen des SENATRA-Leitfadens (Orientierung, Gestaltung, Wirkung, Konkretisierung) auf ihr eigenes bestehendes oder geplantes Seminar. Sie entwickeln erste Ideen zu Lernzielen, möglichen Praxispartner*innen, Aufgabenstellung und Reflexionsformaten und besprechen diese in kollegialem Austausch.
Mit Praxispartner*innen gemeinsam Service Learning Angebote gestalten und umsetzen.
Martin Abramowski, Zukunftsfähiges Thüringen e.V.
Die Zusammenarbeit von Studierenden mit Praxispartner*innen in Service Learning-Angebote bietet vielfach sehr gute Möglichkeiten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) motivierend und anschauliche innerhalb der Lehre umzusetzen. Zahlreiche vorgestellte Beispiele aus dem StuFu-Nachhaltigkeit belegen, wie studentisch organisierte Projektarbeit mit Praxisparter*innen zu erfolgreichen Ergebnissen geführt werden kann. Die Herausforderungen einer zielorientierten und erfolgreichen Umsetzung sind dabei mit unterschiedlichen Interessen in und an der Projektarbeit, mit durchaus verschiedenen Arbeitskulturen und den jeweiligen Erwartungen der Beteiligten verbunden. Auf Grundlage der Befragungen von Praxispartner*innen des StuFu-Nachhaltigkeit bietet dieser Workshopteil einen Blick auf Gelingensbedingungen für diese transdisziplinäre Zusammenarbeit. Entlang der einzelnen Schritte in der Projektarbeit werden spezifische Herausforderungen und deren Gestaltungsmöglichkeiten thematisiert. Hierbei steht in erster Linie die Zusammenarbeit der Studierenden mit den Praxisparter*innen im Fokus. So werden die Teilnehmenden des Workshops im Umgang mit Praxispartner*innen weiter gestärkt.